April 29

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Produkte online verkaufen – Eigener Shop oder Amazon?

Von Florian Müller

April 29, 2020


Bestandsaufnahme: Wo stehst Du und was sind Deine Ziele bei der Vermarktung Deiner Produkte?

Online-Marketing Strategie & Planung

Du hast bereits ein laufendes Geschäft und möchtest Deine Produkte online verkaufen sowie Deine eigene Marke im Netz auf- oder ausbauen, um den Umsatz nachhaltig zu steigern? Du willst Dir eine Strategie zurechtlegen um mit dem Verkauf im Netz zu starten? Okay, das ist ein sehr guter Ausgangspunkt. In diesem Beitrag stelle ich für Dich die Vor- und Nachteile von Online-Marktplätzen als Verkaufsplattform dem eigenen Webshop gegenüber. Am Ende dieses Artikels hast Du einen klareren Blick dafür, welche Vermarktungsstrategie im Internet zu Dir und Deinen geschäftlichen Zielen passt.

Bevor wir nun näher auf das Thema eingehen ist es wichtig, dass Du Dir ein Bild von Deiner aktuellen Situation machst und erste greifbare Ziele steckst. Was möchtest Du konkret erreichen und was erhoffst Du Dir mit dem Verkauf im Netz? Wie viele Produkte willst Du bis zum Zeitpunkt X online verkaufen? Um Wie viel % soll Dein Umsatz bis Ende diesen Jahres steigen? Nimm Dir gerne etwas Zeit dafür, einen Notizblock und einen Stift. Das hilft Dir im weiteren Verlauf Klarheit zu bekommen. Okay, kommen wir aber nun zu dem Thema Vor- und Nachteile von Verkaufsplattformen und Onlineshops.

Warum sind Marktplätze wie Amazon & Ebay ein guter erster Schritt, um Produkte online zu verkaufen?

Vertrauen & Kaufintention

Wenn Du als Händler bei Amazon verkaufst, greifst Du auf einen riesigen Kundenstamm zurück. Aber weißt Du, was auch ein großer Vorteil ist? Die Menschen kennen Amazon und schenken der Plattform Vertrauen UND: Sie haben eine Intention, denn sie besuchen die Seite mit einer Kaufabsicht. Das ist ein riesiger Vorteil, denn Du muss sie nicht mehr so stark davon überzeugen die Kreditkarte zu zücken, weil sie schon in Kauflaune sind.

Das Marketing

Bei Amazon sind die Möglichkeiten der Vermarktung „relativ“ überschaubar, auch wenn sie natürlich eine gewissen Einarbeitung benötigen. Ich benutze dieses Wort in Anführungsstrichen deswegen, weil die Nutzung der Marketing-Instrumente bei einem eigenen Onlineshop wesentlich umfangreicher und zeitintensiver ist. Du kannst schon mit verhältnismäßig wenig Aufwand bei Amazon mit Deinem Produkt sichtbar sein. Hier gibt es die PPC-Werbung (Pay-Per-Klick), oder auch das organische Amazon SEO, welches Dich mit gut gewählten Keywords in den Suchergebnissen nach vorne bringen kann.

Skalierung auf europäische Marktplätze

Sollte die großflächige Ausweitung Deines Marketings, Teil Deiner Strategie sein und Du möchtest in anderen Ländern Deine Produkte online verkaufen, dann könnte Amazon auch interessant für Dich sein. Hier ist der Verkauf über die europäischen Marktplätze ebenso möglich. Aber Vorsicht: Beachte die steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes.

Budget & Logistik

Auf Amazon kannst Du mit relativ wenig Kapital starten. Es sind zumindest vorerst keine großen Aufwendungen für den Aufbau eines Shops oder für die eigene Infrastruktur notwendig. Auf die Kosten gehe ich im Weiteren noch ein. Wenn Du den Fulfillment-Service von Amazon nutzt, benötigst Du sogar kein eigenes Lager und sparst somit Zeit und Betriebskosten für eine eigene Lagerstätte.

Wo Licht ist, ist auch Schatten.

Produkte online verkaufen: Was sind die Schattenseiten von Verkaufsplattformen wie Amazon?

Finanzielle Stolpersteine

Was auf der einen Seite Ersparnisse mit sich bringt, erzeugt aber andererseits auch wiederum Kosten. Denn Amazon lässt sich natürlich für Ihren Service und die Reichweite gut bezahlen. Dazu zählen zum Beispiel Verkaufsprovisionen und Lagergebühren, wenn Du den Fulfillment-Service auch FBA genannt nutzt. Die Kosten für die Lagerung sind übrigens ebenfalls dann zu verrichten, wenn Du nichts verkaufst.

Pflege des Kundenkontakts

Wenn Du bei Amazon aus Deinem Lager versendest, hast Du Zugriff auf die Kundendaten. Diese solltest Du aber auch nur mit Vorsicht für Dein eigenes Marketing und nur unter der Einhaltung der DSGVO benutzen, bevor Du Probleme bekommst. Bei FBA sieht es noch schlechter aus. Da in diesem Fall die komplette Abwicklung bei Amazon liegt, hast Du auch keine Einsicht in Kundendaten.

Der Wettbewerb

Auf Amazon kann Dir die Konkurrenz unter Umständen einen großen Strich durch die Rechnung machen. Das musste ich selbst vor einigen Jahren am eigenen Leib erfahren. Denn sobald die asiatische Konkurrenz sieht, dass jemand etwas erfolgreich anbietet, wirst Du schnell mit Dumpingpreisen niedergemäht. Schütze Dich also mit einem durchdachten Marketing, eigenständigen Produkten welche sich deutlich von der Konkurrenz unterscheiden und guten Listings.

Rückgaben & Retourenmanagement

Was die Vorgaben von Rücksendungsrichtlinien angeht bist Du voll und ganz an Amazon ausgeliefert. Und diese werden immer mehr am Kunden ausgerichtet. Einerseits ist es gut. Denn ich finde auch, dass der Kunde König sein sollte. Was ich allerdings nicht so gut finde, ist dass wenn zum Beispiel im Falle einer Reklamation ein Produkt beschädigt wird welches danach nicht mehr nutzbar ist, nur 50-60 % des Produktpreises dem Verkäufer erstattet werden.

Abhängigkeit vom großen Riesen

Ja ich weiß, in den meisten Fällen sind wir alle von etwas oder jemanden abhängig. Im Online-Marketing geht es nicht ohne. Ob es Facebook, Google, oder auch Amazon ist. Und selbst mit einem eigenen Shop, bist Du z.B. vom Softwareanbieter abhängig. Nichtsdestotrotz wollte ich diesen Punkt erwähnen, weil sich die Abhängigkeiten doch sehr unterscheiden und Amazon schon viel steuert und einschränkt. Dessen solltest Du Dir bewusst sein.

Hürden und Risiken eines eigenen Shops.

Was sind Hürden und Risiken bei dem Verkauf über einen eigenen Webshop?

Marketing für Onlineshopbetreiber

Die Vermarktung ist wesentlich umfangreicher als bei dem Verkauf über die großen Marktplätze. So musst Du Dir Gedanken über die Kanäle und Werbetechniken machen, wie z.B. SEO, Google Ads und Social Media Marketing. Außerdem musst Du Content produzieren. Das alles neben dem Dailybusiness. Das kann einen schon ganz schön erschlagen. Aber dennoch ist es sehr lohnenswert, wenn man es richtig macht. Außerdem muss man gerade am Anfang etwas Geld in die Hand nehmen, bis nennenswerte Erfolge in Sicht sind. Hat man den Dreh raus, ist es recht lohnenswert da Online-Marketing aufgrund der Messbarkeit und geringen Streuverluste sehr effektiv sein kann.

Lerne Deine Zielgruppe kennen

Neben dem Marketing ist es bei einem eigenen Shop noch viel wichtiger, seine eigene Zielgruppe zu definieren und kennenzulernen. Was da auch sehr gut hilft, ist eine Buyer Persona zu erstellen. Was das ist und wie Du diese gestaltest, siehst Du hier. Gerade am Anfang macht es Sinn sich etwas stärker damit auseinanderzusetzen und hilft Dir später beim Marketing ungemein weiter. Daneben musst Du zu Deinen zukünftigen Kunden Vertrauen aufbauen. Wenn Du mit Deinem Shop noch recht neu auf dem überregionalen Markt bist, kann dies auch etwas Arbeit bedeuten und Geduld benötigen.

Retourenmanagement

Je nachdem in welcher Nische oder Branche Du Produkte anbieten möchtest, solltest Du die Retouren auf dem Schirm haben. Wenn Du dies nicht von Anfang an mit einkalkulierst, kann dies eine böse Überraschung bescheren. Gerade wenn Du z.B. in der Textilbranche aktiv bist. Dies kann unter Umständen viel Zeit und andere Ressourcen fressen.

Rechtliche Voraussetzungen

Wenn Du selbst Shopbetreiber bist, solltest Du Dir darüber im Klaren sein, dass Du für eigentlich alles den Kopf hinhältst. Sichere Dich daher gut ab und lies Dich vorher schlau. Es gibt auch Anbieter im Internet, welche Dich regelmäßig mit aktuellen Rechtstexten versorgen und über Änderungen informieren. Möglichkeiten sind zum Beispiel E-Recht 24, die IT-Recht Kanzlei oder der Händlerbund. TIPP: Achte neben den Preisen auf die Vertragslaufzeiten und ob das Angebot zu Dir und dem Geschäft passt.

Zeitlicher Aufwand

Auch wenn uns Systeme wie Shopify es ermöglichen mit relativ wenig Vorkenntnissen einen Shop auf die Beine zu stellen, sind die benötigten zeitlichen Ressourcen nicht zu unterschätzen, um ein eigenes Webshop-Projekt zu betreuen.

Wichtig ist dass Du neben dem zeitlichen Aspekt, die Kosten im Auge behältst und regelmäßig abwägst, ob es sich lohnt Arbeiten auszulagern um mehr Zeit für Dein Kerngeschäft zu gewinnen.

Welcher Vorteile hat ein eigener Onlineshop gegenüber dem Verkauf auf Marktplätzen?

Zugang zu Kundendaten

Du hast die volle Kontrolle über die Beziehung zu Deinen Kunden. Sei es mit Email-Marketing oder über Social Media. Auch aus Sicht steigender Werbepreise, sind der Average Order Value und der Customer Lifetime Value immer wichtiger werdende Kennzahlen. Diese kannst Du mit einem eigenen Shop viel besser steuern und erfassen. Diese Kennzahlen solltest Du immer im Blick haben.

Du bestimmst Qualität & Service

Wenn Jeff Bezos´ (CEO von Amazon) Kunden König sind sollten Deine das erstrecht sein! Klar, Amazons Service „Prime“ ist natürlich unschlagbar. Aber mit einem eigenen Shop kannst du kreative Ideen entwickeln, um Deinen Kunden ein einzigartiges Erlebnis zu bescheren. Sei es mit extra Goodies, persönlich unterschriebenen Dankeskarten, besonderen Aktionen und vieles mehr.

Finanzieller Spielraum

Auch hier hast Du mit deinem eigenen Marketing viel mehr Gestaltungsmöglichkeit, was den Preis angeht. Da Deine Produkte den potenziellen Kunden in Deinem Shop nicht direkt der Konkurrenz gegenüber gestellt werden, kannst Du preislich flexibler sein. Du kannst besser Deine Marge bestimmen und testen, wieviel Deine Abnehmer bereit sind zu zahlen.

Freiheit & Flexibilität

Egal welchen gestalterischen Punkt es angeht. Du hast die komplette Kontrolle und kannst anhand von Themes und Erweiterungen fast alles an die Wünsche Deines Kunden anpassen.

Leicht realisierbar

Einen eigenen Onlineshop zu erstellen ist heute dank SaaS-Lösungen wie Shopify keine große Sache mehr. So ist es für jedermann möglich, einen eigenen Shop auf die Beine zu stellen. Im Gegenzug zu dem Verkauf über Amazon ist der Aufwand etwas höher. Aber wesentlich geringer als wenn man einen Shop komplett entwickeln lässt.

Fazit

Die Wahl des Online-Vertriebskanals richtet sich sehr danach, wo Du mit Deinem Geschäft stehst, wer Deine Zielgruppe ist und wie Du Deine Ziele daran ausrichtest. Wenn Du noch am Anfang der Vermarktung im Internet stehst, sind die großen Marktplätze wie Amazon und Ebay interessante Kanäle um den Umsatz in Schwung zu bringen und erste Erfolge zu erzielen. Gerade dadurch dass Du Dich nicht so sehr mit Marketing & Co. auseinandersetzen musst, hast Du mehr zeitlichen Spielraum für Dein Kerngeschäft.

Im weiteren Verlauf ist es jedoch wichtig sich unabhängiger zu machen. Gerade der Kundenkontakt oder auch „Zielgruppenbesitz“ ist das, was im Endeffekt das Ziel eines erfolgreichen Marketers sein sollte. In Verbindung mit erfolgreichem Email- und Social-Media-Marketing, hast Du somit die Zügel in der Hand um Maßnahmen einzuleiten, welche den Average Order Value und Customer Lifetime Value positiv beeinflussen und Dein Geschäft nachhaltig in die richtige Richtung bringen!

Mit der richtigen Marketing-Strategie zum Erfolg.

Meine eigene Erfahrung

Ich selbst habe vor einigen Jahren als Händler über Amazon Produkte verkauft. Da ich jedoch Unabhängigkeit und den Kontakt zu meinen Kunden liebe, bin ich schnell auf einen Shop mit Shopify gewechselt, um dort meine und andere Projekte umzusetzen. Heute unterstütze ich Menschen, die mit Ihrem Geschäft „Online“ gehen wollen.

Du hast bereits einen Shop und möchtest erfolgreich Deine Produkte online verkaufen? Oder stehst kurz davor einen zu eröffnen? Schau mal auf meiner Seite vorbei und scheue Dicht nicht mit mir Kontakt aufzunehmen wenn Du Fragen hast! Ich wünsche Dir auf jeden Fall dass Dein Webshop durch die Decke geht und ich wünsche Dir viel Erfolg dabei Deine Produkte online zu verkaufen!

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