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GEPRÜFT AM 26.09.2026. PREISSTUFEN BEIDER ANBIETER IM ORIGINAL AUSGELESEN.

Shopify Email statt Klaviyo:
wann der Wechsel sich wirklich lohnt

Shopify rechnet nach versendeten E-Mails ab, Klaviyo nach gespeicherten Profilen. Aus diesem einen Unterschied folgt fast alles. Er erklärt auch, warum viele Shops für ein Werkzeug zahlen, das sie noch gar nicht ausreizen.

KURZE ANTWORT

Damit Shopify Messaging so viel kostet wie Klaviyo, müssten Sie zwischen 16 und 60 E-Mails je Kontakt und Monat versenden. Realistisch sind zwei bis sechs. In einem Konto, das wir betreuen, sind es 0,81. Bei 10.000 Kontakten stehen rund 10 USD gegen 150 USD im Monat. Der Preis ist also kein Argument für Klaviyo. Wer wechselt, kauft Funktionen, nicht Zustellung. Welche vier Funktionen das sind, steht weiter unten.

Die Rechnung nutzt die Preisstufen beider Anbieter vom 26.09.2026. Formel, Annahmen und Quellen stehen am Ende der Seite.

Florian Müller, Gründer und Geschäftsführer der ecom flow GmbH

Autor: Florian Müller

Gründer und Geschäftsführer der ecom flow GmbH. Seit 2020 Shopify-Projekte für inhabergeführte Shops im DACH-Raum.

DIE KURZE ANTWORT

Brauchen Sie Klaviyo für Ihren Shopify-Shop

Für die drei Strecken, die den meisten Umsatz bringen, brauchen Sie es nicht. Willkommensserie, Warenkorbabbruch und Rückgewinnung laufen seit einiger Zeit nativ in Shopify, inklusive Wartezeiten, Bedingungen und Ausstieg bei Kauf. Der Unterschied liegt woanders: bei Tests, bei verzweigten Strecken, bei der Messung auf Empfängerebene und bei Daten, die nicht aus Shopify kommen. Solange Sie keinen dieser vier Punkte brauchen, zahlen Sie für Reserve.

TRANSPARENZ

In eigener Sache

Wir richten beides ein, und an Klaviyo verdienen wir mehr. ecom flow ist Shopify-Partner und baut E-Mail-Strecken in beiden Werkzeugen. Ein Klaviyo-Aufbau ist bei uns das größere Projekt, ein Shopify-Aufbau das kleinere. Wenn ich Ihnen hier sage, dass Sie mit Bordmitteln weiter kommen als gedacht, rate ich Ihnen also zum kleineren Auftrag. Das ist Absicht. Ein Kunde, der Klaviyo zu früh kauft, zahlt zwei Jahre für Funktionen, die er nicht nutzt, und schiebt die Schuld am Ende auf den Kanal.

Wovon wir abraten. Wenn Sie Klaviyo bereits produktiv nutzen, mit gepflegten Flows und sauberer Attribution, dann wechseln Sie nicht wegen 100 USD im Monat zurück. Der Umbau kostet Sie mehr als die Ersparnis, und die Historie Ihrer Flows nehmen Sie nicht mit. Dieser Artikel richtet sich an Shops, die noch vor der Entscheidung stehen oder die ein Werkzeug bezahlen, in dem seit Monaten nichts passiert.

DER EIGENTLICHE UNTERSCHIED

Sendungen oder Profile

Shopify berechnet, was Sie verschicken. Klaviyo berechnet, wen Sie gespeichert haben. Das klingt nach einer Feinheit der Rechnungsstellung und ist doch der Grund, warum die beiden Wege bei denselben Shops so weit auseinanderliegen.

Eine Sache vorweg, weil sie für Verwirrung sorgt. Die App, die Sie als Shopify Email oder Shopify Mail kennen, heißt heute Shopify Messaging. Es ist dieselbe App, nur mit mehr Kanälen. Sie verschickt inzwischen E-Mail, SMS und WhatsApp. Die Adresse shopify-email im App Store leitet auf den neuen Namen um. Wenn hier von Shopify Messaging die Rede ist, meinen wir also das Werkzeug, das Sie im Admin vielleicht noch unter dem alten Namen suchen.

Shopify zählt Sendungen. Jeder Shop auf Basic, Grow, Advanced oder Plus bekommt 10.000 E-Mails im Monat kostenlos. In der Hilfe steht dazu: „All stores on these plans have 10,000 free emails to send at the beginning of every month.“ Darüber kostet jede weitere Mail Geld. Eine Liste mit 30.000 Kontakten, die Sie nicht anschreiben, kostet nichts.

Klaviyo zählt aktive Profile. Klaviyo berechnet die Zahl der Profile in Ihrem Konto, unabhängig davon, ob Sie diese Menschen anschreiben. Seit Februar 2025 zählen dabei alle aktiven Profile, nicht mehr nur die tatsächlich kontaktierten. Genau das trifft Shops mit einer großen, alten Liste am härtesten. Sie zahlen für Adressen, die seit Jahren nichts von Ihnen gehört haben.

WAS DAS FÜR SIE HEISST

Die beiden Modelle belohnen gegensätzliches Verhalten. Bei Klaviyo lohnt es sich, die Liste klein zu halten und viel zu senden. Bei Shopify lohnt es sich, die Liste groß zu halten und gezielt zu senden. Für die meisten inhabergeführten Shops passt das zweite Modell besser, weil sie zwei bis vier Mal im Monat senden und nicht täglich.

Quelle: Shopify Help Center, Shopify Messaging email pricing, abgerufen am 26.09.2026.

WAS BEIDE WEGE KOSTEN

Die Preise, im Original nachgelesen

Shopify veröffentlicht seine Staffel als Tabelle. Klaviyo nicht. Auf der Preisseite von Klaviyo stehen nur drei Stufen. Alles darüber zeigt ein Rechner, der die Werte erst beim Schieben eines Reglers ausgibt. Ich habe die Staffel am 26.09.2026 deshalb Stufe für Stufe selbst ausgelesen. Das ist der Grund, warum diese Tabelle woanders so nicht steht.

Shopify Messaging, Preise für E-Mail

Sendemenge im MonatPreis
bis 10.000 E-Mailskostenlos
10.001 bis 300.0001 USD je 1.000
ab 300.0000,65 USD je 1.000
ab 750.0000,55 USD je 1.000

Die Preise sind auf Basic, Grow, Advanced und Plus gleich. Nicht genutzte Freimails verfallen zum Monatsende. Mails aus der Automation für abgebrochene Checkouts zählen nicht gegen das Kontingent. In den Einstellungen lässt sich ein monatliches Ausgabenlimit setzen, das Sie per Mail warnt. Abgerufen am 26.09.2026 im Shopify Help Center

Klaviyo, ausgelesen aus dem Preisrechner

Aktive ProfilePreis je Monatenthaltene E-Mails
bis 250kostenlos500
50020 USD5.000
1.00030 USD10.000
2.50060 USD25.000
5.000100 USD50.000
10.000150 USD100.000
15.000350 USD150.000
25.000400 USD250.000
60.000860 USD600.000

Enthalten sind auf allen Stufen rund zehn Sendungen je Profil. Wer mehr sendet, zahlt drauf. Beide Anbieter rechnen in US-Dollar ab, auch auf den deutschen Seiten. Stufe für Stufe ausgelesen am 26.09.2026 aus dem Preisrechner auf klaviyo.com

VORSICHT BEI AUSKÜNFTEN VON KI-ASSISTENTEN

Zwischenstufen wie 8.000 Profile gibt es nicht. Wer 8.000 Kontakte hat, landet auf der Stufe 10.000. Das ist wichtig, weil KI-Assistenten an dieser Stelle derzeit falsch rechnen. Bei meiner Prüfung am 26.09.2026 nannte Gemini für 8.000 Kontakte ungefähr 150 Euro. Die Stufe existiert nicht, und der Betrag lautet 150 US-Dollar.

DIE RECHNUNG

Ab wann Shopify teurer wird als Klaviyo

Die Antwort lautet: bei einer Sendemenge, die kein normaler Shop erreicht. Ich habe beide Modelle gegeneinander gerechnet. Die Sendemenge ist dabei kein Messwert, sondern Ihre Entscheidung, deshalb steht sie als Spalte in der Tabelle und nicht als feste Annahme im Text.

Shopify-Kosten in USD je Monat, je nach Sendemenge

ProfileKlaviyo1 Mail2 Mails3 Mails5 Mails10 MailsGleichstand bei
50020 USD0000060 Mails
1.00030 USD0000040 Mails
2.50060 USD00021528 Mails
5.000100 USD005154022 Mails
10.000150 USD01020409016 Mails
25.000400 USD15406511524016 Mails

Die mittleren Spalten zeigen die Shopify-Kosten in USD je Monat, wenn Sie jedem Kontakt so viele E-Mails im Monat schicken. Die letzte Spalte nennt die Sendemenge je Kontakt, ab der Shopify dasselbe kostet wie Klaviyo. Verglichen werden nur die Listenpreise für E-Mail, ohne SMS, ohne Rabatte, ohne Jahresverträge.

DIE ZAHL, AUF DIE ES ANKOMMT

Zwischen 16 und 60 E-Mails je Kontakt und Monat. So viel müssten Sie versenden, damit Shopify Messaging so teuer wird wie Klaviyo. Zwei Kampagnen im Monat plus laufende Automationen landen bei zwei bis vier. Ein Shop mit 10.000 Kontakten zahlt in diesem Fall rund 10 USD statt 150 USD. Das sind etwa 1.680 USD im Jahr, die weder die Zustellbarkeit noch den Umsatz verändern.

Die zweite Rechnung ist die wichtigere. Die Frage ist nicht, ob 60 USD im Monat viel Geld sind, sondern ob es in Ihrem Shop einen Mechanismus gibt, der diese Differenz erwirtschaftet. Bei 2.500 Kontakten sind das 720 USD im Jahr, bei einem Deckungsbeitrag von 40 Prozent also rund 1.800 USD zusätzlicher Umsatz, den Klaviyo bringen müsste. Zusätzlich heißt: mehr, als die native Lösung ohnehin gebracht hätte. Ein Shop, der zweimal im Monat denselben Newsletter an die ganze Liste schickt, holt das nicht herein. Nicht weil das Werkzeug schlecht wäre, sondern weil niemand die Funktionen benutzt, die den Unterschied ausmachen. Wie Sie den Deckungsbeitrag je Bestellung sauber rechnen, steht im Ratgeber zum durchschnittlichen Warenkorbwert.

EIGENE MESSUNG

Was ein echtes Konto tatsächlich versendet

In der Rechnung oben ist die Sendemenge eine Annahme. Also habe ich sie nachgemessen. Die Zahlen stammen aus einem Klaviyo-Konto, das wir betreuen, Branche Nahrungsergänzung. Der Shop hat der Veröffentlichung ohne Namensnennung zugestimmt. Gemessen habe ich die Klaviyo-Metrik Received Email über zwölf Monate von September 2025 bis August 2026, abgerufen am 26.09.2026.

Ein Konto aus der Betreuung, zwölf Monate

KennzahlWert
aktive Profile, abgerechnet19.491
versendete E-Mails in zwölf Monaten188.912
Mittelwert je Monat15.743
Median je Monat13.838
Sendungen je Kontakt und Monat0,81 im Mittel, 0,71 im Median
Kosten bei Klaviyo, Stufe 20.000375 USD im Monat, 4.500 USD im Jahr
dieselben Sendungen bei Shopify86 USD im Jahr
Gleichstand läge bei19,8 Mails je Kontakt und Monat

In vier der zwölf Monate hätte das Freikontingent von 10.000 Mails vollständig gereicht. Das Verhältnis der Jahreskosten liegt bei 1 zu 52. Die tatsächliche Nutzung beträgt ein Vierundzwanzigstel der Menge, ab der die Preisfrage zugunsten von Klaviyo kippt.

WAS DIESE ZAHL NICHT BEDEUTET

Dieser Shop zahlt nicht zu viel. Der Kanal bringt dort genug Umsatz, um die Gebühr um ein Vielfaches zu tragen, und wir würden ihm nicht zum Wechsel raten. Wir haben dieses Konto selbst eingerichtet. Die Zahl zeigt etwas anderes: Die Preisdifferenz zwischen den beiden Wegen hängt nicht an der Sendemenge. Sie entsteht fast vollständig aus der Zahl der gespeicherten Profile. Wer also mit dem Argument „wir senden viel“ zu Klaviyo wechselt, wechselt aus dem falschen Grund.

WAS NATIV GEHT

Elf Automationen, ohne zusätzliche App

Shopify Email heißt inzwischen Shopify Messaging und kann E-Mail, SMS und WhatsApp. Für die Automationen brauchen Sie zusätzlich die Flow-App, die kostenlos ist. In der Hilfe steht dazu klar: „For full functionality, your store needs to have the Shopify Flow app installed.“ Wer im Backend also nur die Messaging-App sieht, hat die halbe Funktion.

Die nativen Vorlagen in Shopify Messaging

GruppeAutomationKanäle
Besucher zurückholenAbgebrochenes Produkt-BrowsingE-Mail, SMS
Besucher zurückholenAbgebrochener WarenkorbE-Mail, SMS
Besucher zurückholenAbgebrochener CheckoutE-Mail, SMS
Neue AbonnentenWillkommen mit Rabatt, eine MailE-Mail
Neue AbonnentenWillkommen mit Rabatt, als SerieE-Mail
Nach dem KaufDanke nach der ersten und zweiten BestellungE-Mail
Nach dem KaufUpsell nach dem ersten KaufE-Mail
Nach dem KaufKunden zurückgewinnenE-Mail
Nach dem KaufOnline-Kunden in die Filiale holenE-Mail
WertschätzungGeburtstagE-Mail
WertschätzungVIP-BegrüßungE-Mail

Die VIP-Automation greift laut Shopify standardmäßig ab der dritten Bestellung und 1.000 USD Gesamtumsatz, oder wenn Sie den Kunden mit „VIP“ taggen. Rückgewinnung, Geburtstag und VIP laufen über den Auslöser „Kunde tritt Segment bei“. Abgerufen am 26.09.2026 im Shopify Help Center

EINE FALLE GLEICH ZU BEGINN

Zwei ähnliche aktive Automationen senden doppelt. Shopify warnt ausdrücklich davor. Wer zwei Willkommensstrecken anschaltet, verschickt zwei Willkommensmails. Prüfen Sie deshalb vor dem Einschalten, was bereits läuft.

DAS MISSVERSTÄNDNIS

Fällt ein Kunde aus der Strecke, wenn er zwischendurch kauft

Ja. Das ist die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird, und die Antwort überrascht die meisten. Die Sorge dahinter ist berechtigt: Niemand will einem Kunden drei Tage nach dem Kauf noch den Rabatt für den abgebrochenen Warenkorb schicken. Ich habe deshalb in der Dokumentation nachgesehen, wie Flow mit Wartezeiten umgeht.

Der Mechanismus. Nach einer Wartezeit lädt Flow die Daten neu. In der Hilfe steht: „If information retrieved from your store changes during the wait period, then the new information is used when the workflow resumes, not the information that was retrieved when the trigger first started the workflow.“ Eine Bedingung nach der Wartezeit prüft also den heutigen Stand, nicht den von vorgestern. Damit ist das Muster gebaut: warten, dann prüfen, ob inzwischen bestellt wurde, und wenn ja, abbrechen.

Shopify nutzt das in den eigenen Vorlagen. Die Willkommensserie „Share your brand story with new subscribers“ schickt vier Mails. Der Rabatt in der letzten geht nur raus, „if no order has been placed“. Dieselbe Vorlage schließt Leute aus, die sich im Checkout angemeldet haben, damit niemand direkt nach dem Kauf einen Rabattcode bekommt. Die Vorlage für abgebrochenes Browsing schließt alle aus, die in den letzten 14 Tagen bereits eine Abbruchmail bekommen haben. Die Danke-Strecke wartet einen Tag und prüft dann die Bestellanzahl.

WAS DAS FÜR SIE HEISST

Die Logik, für die viele Shops Klaviyo kaufen, liegt in den mitgelieferten Vorlagen. Ausstieg bei Kauf, Frequenzbegrenzung über mehrere Strecken hinweg und Verzweigung nach Bestellanzahl sind vorhanden. Sie müssen die Vorlagen nur öffnen und anpassen, statt sie unverändert anzuschalten.

Quelle: Shopify Help Center, Flow-Aktion Wait und Vorlagenübersicht, abgerufen am 26.09.2026.

SEGMENTE

Segmente, die sich selbst pflegen

Der zweite verbreitete Irrtum ist, Shopify könne nicht nach Kaufverhalten segmentieren. In der Hilfe steht das Gegenteil, und zwar wörtlich: „Customer segments are dynamic, rule-based customer lists ... customers are automatically added or removed to the segment list based on whether they meet the segment criteria.“

Gebaut wird mit ShopifyQL. Im Editor bekommen Sie Filter, Operatoren und Werte vorgeschlagen, es gibt Vorlagen, und Sie können ein Segment auch in normaler Sprache beschreiben. Wer nie eine Abfrage geschrieben hat, kommt damit zurecht.

Wichtig ist die Dynamik. Ein Segment mit der Regel „hat zweimal gekauft, letzte Bestellung älter als 120 Tage“ füllt und leert sich von selbst. Genau darauf setzen die Automationen für Rückgewinnung, Geburtstag und VIP auf. Sie pflegen keine Listen, Sie beschreiben Bedingungen.

Quelle: Shopify Help Center, Customer segmentation, abgerufen am 26.09.2026.

ZUM NACHBAUEN

Willkommen, Warenkorb, Rückgewinnung

Diese drei bringen bei den meisten Shops den Großteil des E-Mail-Umsatzes. So bauen wir sie mit Bordmitteln auf. Die Wartezeiten sind Startwerte, keine Wahrheit. Sie hängen von Ihrem Kaufabstand ab.

  1. Willkommen, drei Mails

    Auslöser ist die Anmeldung über ein Formular im Shop. Mail 1 geht sofort raus mit der Begrüßung und dem Rabatt. Dann 3 Tage warten, prüfen, ob eine Bestellung vorliegt, und wenn nicht, Mail 2 mit der Geschichte hinter der Marke. Wieder 4 Tage warten, erneut prüfen, dann Mail 3 mit der Erinnerung an den Rabatt. Wer im Checkout abonniert hat, wird am Anfang ausgeschlossen.

  2. Warenkorbabbruch, zwei Mails

    Trennen Sie die Fälle. Abgebrochener Checkout heißt, jemand hat die Daten schon eingegeben, dort reicht eine Erinnerung nach 10 Stunden ohne Rabatt. Abgebrochener Warenkorb heißt, jemand hat nur gelegt und ist gegangen, dort ist der Abstand größer. Beide Strecken prüfen vor dem Versand, ob in den letzten 14 Tagen schon eine Abbruchmail rausging. Ein Hinweis zum Kontingent: Die Checkout-Mails zählen nicht gegen Ihre Freimails.

  3. Rückgewinnung, zwei Mails

    Bauen Sie zuerst das Segment, nicht die Mail. Ein sinnvoller Startwert ist die doppelte übliche Kaufpause. Wer normalerweise alle 60 Tage kauft, wandert nach 120 Tagen ins Segment. Der Eintritt ins Segment löst Mail 1 aus. Nach 10 Tagen folgt Mail 2, wenn keine Bestellung eingegangen ist. Kauft der Kunde, verlässt er das Segment automatisch.

EINE GRENZE BEIM PLANEN

Planen Sie Ihre Wartezeiten innerhalb von 90 Tagen. Das ist die Obergrenze je Workflow. Für längere Abstände nimmt man einen geplanten Workflow, der das Segment regelmäßig abfragt.

AUS DER PRAXIS

Fünf Fallen, die in der Praxis schiefgehen

Diese fünf Punkte kosten am meisten Zeit, wenn man sie erst hinterher merkt. Vier davon stehen in der Dokumentation, einer betrifft die Rechte im Konto.

  1. Daten verschwinden nach der Wartezeit

    Wenn Sie vor einer Wartezeit Daten holen, sind sie danach weg. In der Hilfe steht: „If a workflow contains a Get, Sum, or Count action before a Wait step, then the returned data isn't available after the Wait step.“ Sie müssen den Schritt nach dem Warten wiederholen. Das ist die häufigste stille Fehlerquelle, weil der Workflow trotzdem läuft und nur falsch entscheidet.

  2. Es gibt kein Warten auf ein Ereignis

    Sie können nicht sagen „warte, bis der Kunde kauft“. Sie können nur eine feste Zeit warten und danach prüfen. In der Praxis reicht das, man muss es nur wissen, bevor man eine Strecke plant.

  3. Änderungen greifen auch bei laufenden Durchläufen

    Wer einen aktiven Workflow bearbeitet, ändert ihn auch für alle, die gerade in einer Wartezeit stecken. Schalten Sie die Automation aus, werden wartende Durchläufe abgebrochen und die Mails gehen nie raus.

  4. Freimails verfallen

    Die 10.000 Mails gelten je Kalendermonat und wandern nicht ins nächste Monatsbudget. Wer zweimal im Jahr eine große Kampagne fährt, zahlt in diesen Monaten und verschenkt den Rest des Jahres Kontingent.

  5. Rechte fehlen

    Wer Automationen anlegen soll, braucht im Shopify-Konto die Rechte für Marketing und für die Flow-App. Fehlt eines davon, sieht der Mitarbeiter die Oberfläche, kann aber nichts aktivieren.

Quelle: Shopify Help Center, Flow-Aktion Wait und Voraussetzungen für Marketing-Automationen, abgerufen am 26.09.2026.

DER PUNKT, DEN NIEMAND NENNT

Shopify Messaging und der Datenschutz

Bevor Sie Shopify Messaging einschalten, sollten Sie diesen Abschnitt lesen. Ich habe ihn selbst erst beim Nachlesen der Hilfe gefunden, und er steht in keinem der Vergleiche, die ich zu dem Thema gelesen habe.

Was Network Intelligence ist. Shopify Messaging setzt voraus, dass in Ihren Datenschutzeinstellungen „Shopify Network Intelligence“ aktiviert ist. Dabei nutzt Shopify die Daten Ihrer Kunden zusammen mit den Daten anderer Händler. Daraus entstehen Funktionen, die Shopify „Enhanced Services“ nennt: bessere Empfehlungen, bessere Suche, bessere Werbung. Kein anderer Händler sieht dabei Ihre Daten, das stellt Shopify ausdrücklich klar. Verwendet werden sie trotzdem.

Wahrscheinlich ist die Einstellung bei Ihnen längst an. Messaging steht auf einer Liste von neun Apps und Funktionen, die ohne Network Intelligence nicht laufen. Auf derselben Liste stehen der Shop-Kanal, Search und Discovery, Shopify Audiences, Collabs, Collective, das Product Network und die verwalteten Zahlarten. Wer eines davon nutzt, hat die Einstellung bereits aktiv. Messaging bringt also in den meisten Shops keine neue Pflicht mit. Es nimmt Ihnen nur die Möglichkeit, die Einstellung abzuschalten. Wenn Sie sie abschalten, werden alle diese Apps sofort deinstalliert, und beim Wiedereinschalten kommen sie nicht von selbst zurück.

Was im EWR dazugehört. Die Pflicht hängt an der Werbung, nicht am Mailversand. Shopify spielt über diese Dienste Werbung aus, die auf dem Verhalten Ihrer Kunden bei Ihnen, bei anderen Händlern und bei Shopify beruht. Genau dafür brauchen Sie im EWR eine Einwilligung. Shopify nennt drei Punkte. Sie brauchen die Einwilligung dafür, dass Kunden solche Werbung sehen. Sie müssen den Widerruf ermöglichen. Und Sie müssen in Ihrer Datenschutzerklärung auf das Datenschutzportal von Shopify und auf dessen Consumer Privacy Policy verlinken.

Der eigentliche Prüfpunkt ist Ihr Banner. Wenn Ihr Cookie-Banner sauber an die Customer Privacy API angebunden ist, hält Shopify sich an die Entscheidung Ihrer Kunden. Lehnt jemand nicht notwendige Cookies ab, werden seine Gerätedaten für nicht notwendige Zwecke nicht verwendet. Löscht jemand seine Daten, werden sie auch aus Network Intelligence gelöscht. Viele Banner sind aber nicht sauber angebunden. Prüfen Sie das, bevor Sie die Strecken aufbauen, nicht danach.

UND EINE SACHE, DIE SIE NICHT TUN SOLLTEN

Die Automation für abgebrochene Checkouts lässt sich auf „Alle Kunden“ stellen. Dann geht sie auch an Menschen, die dem Marketing nie zugestimmt haben. Technisch geht das, und diese Mails kosten nicht einmal Kontingent. In Deutschland ist Werbung per Mail ohne Einwilligung trotzdem ein Problem. Lassen Sie die Einstellung auf den Abonnenten stehen und klären Sie den Rest mit Ihrem Anwalt, nicht mit Ihrem Marketingwerkzeug.

Quelle: Shopify Help Center, Anforderungen bei aktiviertem Network Intelligence und Datenschutzeinstellungen, dazu Abschnitt 9.2 der Nutzungsbedingungen, abgerufen am 26.09.2026.

DIE ENTSCHEIDUNG

Wann Klaviyo die richtige Antwort ist

Machen Sie den Wechsel nicht an der Listengröße fest. Eine Liste mit 20.000 Adressen, die zweimal im Monat einen Newsletter bekommt, braucht kein zweites Werkzeug. Eine Liste mit 3.000 Adressen und acht verzweigten Strecken schon. Diese vier Fragen sind die Auslöser, die wir in Projekten sehen. Eine reicht.

  1. Wollen Sie Betreffzeilen, Sendezeiten und Varianten systematisch testen?

    Ja

    Dann brauchen Sie Klaviyo. Shopify dokumentiert für Messaging-Kampagnen keine Testfunktion.

    Nein

    Dann verlieren Sie mit Bordmitteln nichts. Testen ohne Plan bringt ohnehin keine belastbaren Ergebnisse.

  2. Verzweigen sich Ihre Strecken mehrfach, etwa nach Kategorie, Kaufabstand und Engagement gleichzeitig?

    Ja

    Dann wird Flow unübersichtlich. Eine Bedingung nach der Wartezeit ist gut abbildbar, drei Ebenen sind es nicht mehr.

    Nein

    Dann reichen die nativen Vorlagen. Die meisten Shops fahren drei bis fünf Strecken mit je einer Bedingung.

  3. Müssen Sie den Umsatz je Strecke auf Empfängerebene messen?

    Ja

    Dann brauchen Sie Klaviyo. Shopify zeigt Kennzahlen zu den Automationen, aber keinen Deckungsbeitrag je Variante.

    Nein

    Dann genügen die Berichte in Shopify. Umsatz je Automation sehen Sie dort.

  4. Sollen Daten von außerhalb Ihre Segmente steuern, etwa aus Helpdesk, Abo-Verwaltung oder Retourenportal?

    Ja

    Dann brauchen Sie Klaviyo. Was nicht in Shopify liegt, kann Shopify auch nicht segmentieren.

    Nein

    Dann liegt alles, was Sie brauchen, schon im Shop. Genau dafür sind Customer Segments gemacht.

DIE REIHENFOLGE, DIE WIR EMPFEHLEN

Bauen Sie die drei Strecken nativ, messen Sie zwölf Monate, und wechseln Sie erst, wenn einer der vier Auslöser greift. Dann wissen Sie beim Wechsel genau, wofür Sie zahlen, und können es nachrechnen. Wer umgekehrt anfängt, zahlt Jahre für eine Vermutung.

DIE GEGENPROBE

Wann keins von beidem hilft

Wenn heute keine Strecke läuft. Dann ist die Werkzeugfrage die falsche Frage. Ein Shop ohne Willkommensmail verliert nichts an Klaviyo und gewinnt nichts durch Shopify. Er verliert daran, dass niemand die Strecke baut. In den Fällen, die bei uns landen, ist das häufiger die Ursache als das Werkzeug.

Wenn die Liste kaum wächst. Wenn im Monat 30 Menschen dazukommen, entscheidet nicht die Automation über Ihren Umsatz, sondern die Anmeldung. Dann gehört die Arbeit an das Formular und an den Grund, sich einzutragen, nicht an die Mailstrecke dahinter. Woran Sie in dem Fall zuerst arbeiten, steht im Ratgeber zu Retention Marketing.

HÄUFIGE FRAGEN

Fragen, die uns dazu gestellt werden

GRUNDLAGEN

Ist Shopify Email dasselbe wie Shopify Messaging?

Ja. Shopify hat das Produkt umbenannt. In der Hilfe steht: „Shopify Messaging, formerly known as Shopify Email.“ Es verschickt heute E-Mail, SMS und WhatsApp. Die Preislogik für E-Mail ist gleich geblieben, und die alte Adresse im App Store leitet auf den neuen Namen um.

Reicht Shopify Flow allein, oder brauche ich Messaging zwingend dazu?

Sie brauchen beides. Flow allein kann keine Werbemail an Kunden schicken. In der Liste der Flow-Aktionen gibt es nur „Send internal email“ für das eigene Team und eine Aktion für B2B-Zugänge. Shopify schreibt dazu selbst: „To automate emails to customers, create a marketing automation.“ Diese Automation gehört zur Messaging-App. Flow ist die Logik, Messaging ist der Versand. Beide Apps sind in der Installation kostenlos.

KOSTEN

Was kostet Shopify Email bei 10.000 Kontakten?

Das hängt davon ab, wie oft Sie senden, nicht davon, wie viele Kontakte Sie haben. Bei zwei Sendungen im Monat an alle sind es 20.000 Mails, davon 10.000 frei, macht rund 10 USD. Bei fünf Sendungen sind es rund 40 USD. Stand 26.09.2026.

Welches Werkzeug bringt mehr Umsatz?

Das lässt sich nicht allgemein beantworten, und jeder, der es tut, verkauft Ihnen etwas. Was sich beantworten lässt: Der Preisunterschied liegt bei einer Liste mit 10.000 Kontakten in der Größenordnung von 1.680 USD im Jahr. Ob Klaviyo diesen Betrag zusätzlich einspielt, können nur Ihre eigenen Zahlen zeigen.

TECHNIK

Kann Shopify jemanden aus einer laufenden Strecke nehmen, wenn er kauft?

Ja. Nach einer Wartezeit lädt Flow die Daten neu, und eine Bedingung danach prüft den aktuellen Stand. Shopify nutzt dieses Muster in den eigenen Vorlagen, etwa in der Willkommensserie, die den Rabatt nur schickt, wenn keine Bestellung vorliegt.

Wie lange kann ein Workflow warten?

Maximal 90 Tage je Workflow. Wenn Sie einen längeren Abstand brauchen, nehmen Sie statt der Wartezeit einen geplanten Workflow, der regelmäßig prüft.

Kann ich meine Klaviyo-Daten zu Shopify mitnehmen?

Kontakte und Einwilligungen lassen sich übertragen. Die Historie Ihrer Flows, die Attribution und die gemessenen Ergebnisse nicht. Das ist der Hauptgrund, warum sich ein Rückwechsel aus einem gepflegten Klaviyo-Konto selten lohnt.

DATENSCHUTZ

Muss ich für Shopify Messaging der Datennutzung zustimmen?

Messaging läuft nur, wenn Shopify Network Intelligence in den Datenschutzeinstellungen aktiv ist. Diese Einstellung brauchen aber auch der Shop-Kanal, Search und Discovery, Shopify Audiences, Collabs, Collective, das Product Network und die verwalteten Zahlarten. In den meisten Shops ist sie deshalb längst an. Neue Pflichten entstehen durch Messaging also selten. Wer die Einstellung abschaltet, verliert alle diese Apps auf einen Schlag.

QUELLEN UND METHODIK

Woher die Zahlen kommen

Verglichen werden ausschließlich die Listenpreise für E-Mail, ohne SMS, ohne Rabatte und ohne Jahresverträge. Die Shopify-Kosten ergeben sich aus der veröffentlichten Staffel: 10.000 Mails frei, danach 1 USD je 1.000 bis 300.000. Die Klaviyo-Kosten stammen aus der Stufe, auf der die genannte Profilzahl liegt. Der Gleichstand ist die Sendemenge je Kontakt, bei der beide Wege gleich viel kosten. Die Sendemenge selbst ist eine Annahme und steht deshalb als Spalte in der Tabelle.

Was KI-Assistenten heute auf diese Frage antworten, geprüft am 26.09.2026

ModellEmpfiehltRechnetZitierte Quellen
ChatGPTzuerst Shopifynein, fragt nach Zahlen zurücknur help.shopify.com und klaviyo.com
Perplexityzuerst Shopifynein, nennt die Preisdaten ausdrücklich unvollständigshopify.com und App Store
Geminizuerst Shopifyja, mit einer Preisstufe, die es nicht gibtausländische Tool-Blogs und Reddit

Alle drei Modelle wurden am 26.09.2026 mit derselben Frage eines Shops mit 8.000 Kontakten befragt. Perplexity schreibt wörtlich, für Klaviyo lägen keine verlässlichen Preisdaten vor. Gemini nennt ungefähr 150 Euro für 8.000 Kontakte, obwohl es diese Stufe nicht gibt und der Betrag in US-Dollar ausgewiesen wird. Deshalb steht die ausgelesene Staffel in diesem Artikel.

Primärquellen, alle am 26.09.2026 abgerufen

ThemaQuelle
Preise für Shopify Messaginghelp.shopify.com, Shopify Messaging email pricing
Die elf nativen Automationenhelp.shopify.com, Creating and managing marketing automations
Voraussetzungen, Flow-App und Rechtehelp.shopify.com, Requirements and considerations
Wartezeit, Datenaktualisierung, 90 Tagehelp.shopify.com, Flow-Aktion Wait
Flow kann keine Kundenmails sendenhelp.shopify.com, Actions in Shopify Flow
Dynamische Kundensegmentehelp.shopify.com, Customer segmentation
Network Intelligence, Pflichten im EWRhelp.shopify.com, Requirements when Network Intelligence is enabled
Die neun Apps, die Network Intelligence brauchenhelp.shopify.com, Configuring customer privacy settings
Enhanced Services, Abschnitt 9.2shopify.com, Terms of Service
Klaviyo-Preisstaffelklaviyo.com, Preisrechner

Zitiert wird nur, was der Anbieter selbst veröffentlicht. Wo eine Angabe fehlt, steht das im Text. Die Klaviyo-Staffel gibt es nicht als Tabelle, sie wurde Stufe für Stufe aus dem Preisrechner ausgelesen.

DIE MESSUNG AUS DEM KONTO

Gemessen wurde die Klaviyo-Metrik Received Email über zwölf Monate, von September 2025 bis August 2026. Dazu kommen die abgerechneten aktiven Profile aus der Abrechnungsübersicht desselben Kontos. Beides abgerufen am 26.09.2026. Es ist ein Konto, keine Erhebung. Der Shop hat der Veröffentlichung ohne Namensnennung zugestimmt, genannt wird nur die Branche.

Preise und Funktionen ändern sich bei beiden Anbietern mehrmals im Jahr. Wir prüfen diese Seite nach, sobald sich bei Shopify oder Klaviyo etwas bewegt, und tragen das Datum hier ein. Wenn Sie eine Zahl finden, die nicht mehr stimmt, schreiben Sie uns.

Welcher Weg für Ihren Shop der richtige ist

Die Rechnung oben können Sie selbst nachvollziehen. Was sie nicht beantwortet, ist die Frage, welche der vier Auslöser bei Ihnen schon greifen und welche Strecken überhaupt fehlen.

Genau das schauen wir uns im Klarheitsgespräch an. 30 Minuten, ohne Vorbereitung Ihrerseits.

Florian Müller, Gründer und Geschäftsführer der ecom flow GmbH

Florian Müller

Gründer und Geschäftsführer der ecom flow GmbH

Klarheitsgespräch vereinbaren

Sie bekommen eine Einschätzung, kein Angebot am Telefon.