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GEPRÜFT AM 26.09.2026. 23.427 BESTELLUNGEN AUS DREI LAUFENDEN SHOPS.

Durchschnittlicher Warenkorbwert: welche Zahl für Ihren Shop gilt

Zwei Wirtschaftsverbände nennen für den deutschen Onlinehandel 51,9 und 146,19 Euro, und beide haben recht. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Frage der Definition. Wer die falsche Zahl als Ziel nimmt, optimiert am eigenen Shop vorbei.

KURZE ANTWORT

Der viel zitierte Marktwert von rund 146 Euro stammt vom bevh und beschreibt den gesamten deutschen Onlinehandel, also inklusive Amazon, Otto und Zalando. Für einen inhabergeführten Shop ist er kein Ziel, sondern eine Verwechslung. Ich habe für diesen Artikel drei Shops ausgewertet. Ihr Warenkorbwert liegt bei 40,46, 49,75 und 75,88 Euro netto. Entscheidend ist nicht der Vergleich mit dem Markt, sondern dass Sie Ihre eigene Zahl sauber rechnen: netto, ohne Versand, nach Rabatt, nach Retoure.

Alle Zahlen stammen aus drei Shopify-Shops, die wir betreuen, zwölf Monate bis August 2026. Methodik, Fallzahlen und der Prüfkorpus stehen am Ende der Seite.

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Autor: Florian Müller

Gründer und Geschäftsführer der ecom flow GmbH. Seit 2020 Shopify-Projekte für inhabergeführte Shops im DACH-Raum.

Welcher Warenkorbwert für Ihren Onlineshop gilt

Ein durchschnittlicher Warenkorbwert lässt sich nicht aus dem Markt ableiten, sondern nur aus dem eigenen Shop. Die Zahlen, die öffentlich kursieren, messen unterschiedliche Dinge: den gesamten Onlinehandel, die Ausgaben einzelner Konsumenten oder die Kunden eines bestimmten Werkzeugs. Für die Steuerung Ihres Shops brauchen Sie drei Angaben: den Warenwert netto und ohne Versand, den Median neben dem Mittelwert, und den Abzug für Retouren. Alles andere ist ein Vergleich mit Amazon.

In eigener Sache

Wir sind Partei, deshalb steht das hier oben. ecom flow betreut Shopify-Shops und verdient Geld damit, Warenkorbwert und Kundenwert zu erhöhen. Die Zahlen in diesem Artikel stammen aus drei Shops, die wir im Retainer betreuen. Alle drei Inhaber haben der Veröffentlichung ohne Namensnennung zugestimmt, genannt wird nur die Branche. Es sind drei Shops, keine Marktstudie. Ich schreibe hier keinen Benchmark, sondern lege drei reale Datensätze offen, damit Sie Ihre eigenen Zahlen dagegen halten können.

Wovon wir abraten. Wenn Ihr Shop wenige Bestellungen im Monat hat, lohnt sich die Arbeit am Warenkorbwert nicht. Bei 50 Bestellungen im Monat bringt ein Prozentpunkt mehr Warenkorb ein paar Euro, und jede Stunde, die Sie hineinstecken, fehlt an der Nachfrage. Dann liegt Ihr Hebel vorn, nicht hinten. Auch wenn Ihr Sortiment aus einem einzigen Produkt ohne Zubehör besteht, ist der Warenkorbwert weitgehend festgelegt, und kein Cross-Selling der Welt ändert daran etwas.

Warum 51,9 und 146,19 Euro beide stimmen

Zwei Wirtschaftsverbände nennen für denselben Markt Werte, die um den Faktor 2,8 auseinanderliegen, und beide haben sauber gemessen. Der bevh schreibt für 2025: Der durchschnittliche Bestellwert stieg von 144,12 Euro (2024) auf 146,19 Euro. Der HDE weist in seinem Online-Monitor 2025, erhoben vom IFH Köln, für 2024 Ausgaben je Bestellung von 51,9 Euro aus. Der Unterschied liegt nicht in der Sorgfalt, sondern in dem, was gezählt wird. Der bevh teilt den Umsatz im Warenhandel durch die Zahl der Bestellungen. Das IFH fragt die Onlineshopper nach ihren Ausgaben.

Die Werte im Umlauf

QuelleBezugsjahrWertWas gemessen wird
bevh2025146,19 EuroDurchschnittlicher Bestellwert im deutschen Warenhandel online, inklusive der großen Plattformen
bevh2024144,12 EuroDieselbe Grundgesamtheit, Vorjahr
uptain2026144,21 EuroNutzer eines Warenkorbabbrecher-Tools in über 3.000 Shops
HDE und IFH Köln202451,9 EuroAusgaben je Bestellung aus Sicht der Onlineshopper

Alle drei Quellen mit Link und Abrufdatum stehen unten im Abschnitt Quellen und Prüfkorpus.

WAS DAS FÜR SIE HEISST

Der Unterschied ist nicht Messfehler, sondern Grundgesamtheit. Der Marktwert von 146 Euro wird von wenigen sehr großen Händlern und von hochpreisigen Kategorien gezogen. Wer einen Shop mit 40 Euro Warenkorb betreibt, ist deshalb nicht schlecht aufgestellt, sondern in einer anderen Liga unterwegs. Vergleichen Sie sich mit sich selbst über die Zeit, nicht mit einem Durchschnitt, in dem Amazon steckt.

Wer diese Zahlen über einen KI-Assistenten abfragt, bekommt sie derzeit teilweise falsch zugeordnet. Bei unserer Prüfung am 26.09.2026 wurde der Wert von 51,9 Euro dem Jahr 2025 zugeschrieben, im Dokument steht er für 2024. Wir haben beide Quellen im Original nachgelesen.

Mittelwert oder Median

Der Mittelwert ist die Zahl, die Ihr Shopsystem zeigt. Der Median ist die Zahl, die Ihren Shop beschreibt. Der Mittelwert teilt den Umsatz durch die Bestellungen. Eine einzige Bestellung über 2.000 Euro hebt ihn spürbar, obwohl sich am Einkaufsverhalten Ihrer Kunden nichts geändert hat. Der Median dagegen ist der Wert, unter dem die Hälfte Ihrer Bestellungen liegt. Er reagiert nicht auf Ausreißer.

Wie weit die beiden auseinanderliegen können. In dem von mir ausgewerteten Schmuckshop liegt der Mittelwert bei 40,46 Euro, der Median bei 33,97 Euro. Der Mittelwert ist also 19 Prozent höher als der typische Warenkorb. Im Shop für Nahrungsergänzung sind es 75,88 gegen 70,08 Euro, ein Abstand von 8 Prozent. Wer in beiden Shops nur auf den Mittelwert schaut, überschätzt den typischen Kunden, im ersten Fall deutlich stärker als im zweiten.

Warum das praktisch wird. Sobald Sie eine Versandkostenschwelle setzen oder ein Bundle schnüren, brauchen Sie die Verteilung und nicht den Durchschnitt. Im Schmuckshop liegt ein Viertel der Bestellungen unter 24,37 Euro und ein Viertel über 48,34 Euro. Eine Schwelle bei 50 Euro würde drei Viertel der Kunden gar nicht erreichen. Das sieht man im Mittelwert nicht.

Die vier Abzüge, die kaum jemand macht

Bevor Sie Ihren Warenkorbwert mit irgendetwas vergleichen, klären Sie, was darin enthalten ist. Im Prüfkorpus definieren zwei von sieben Seiten den Warenkorbwert ausdrücklich inklusive Versandkosten, Steuern und Rabatten. Das ist eine zulässige Definition, sie ergibt nur eine ganz andere Zahl als die, mit der Sie Ihren Deckungsbeitrag rechnen.

Erstens die Steuer. Shopify weist in Deutschland Bruttopreise aus. Im Schmuckshop sind es 19 Prozent, im Shop für Nahrungsergänzung 7. Aus 48,29 Euro brutto werden 40,46 Euro netto, aus 81,23 werden 75,88. Rechnen Sie gegen den tatsächlichen Mischsatz der Bestellung, also ausgewiesene Steuer geteilt durch den Nettobetrag, nicht gegen den Nominalsatz einer einzelnen Position.

Zweitens der Versand. Versandkosten sind kein Warenkorb. Sie gehören auf die Kostenseite, sobald Sie den Beitrag je Bestellung rechnen wollen.

Drittens der Rabatt. Ein Warenkorb von 80 Euro mit 20 Prozent Code ist ein Warenkorb von 64 Euro. Shopsysteme zeigen beides an, je nach Bericht.

Viertens die Retoure. Das ist der Abzug, der am häufigsten fehlt, weil er erst Wochen später feststeht. In den ausgewerteten Shops ist er klein, 2,49 Prozent im Schmuckshop und 0,05 Prozent bei Nahrungsergänzung. In einem Modeshop mit 40 Prozent Retouren entscheidet genau dieser Abzug darüber, ob die Zahl etwas taugt.

DIE FORMEL, MIT DER WIR ARBEITEN

Warenwert netto, ohne Versand, nach Rabatt, nach Retoure, geteilt durch die Zahl der Bestellungen. Dazu immer der Median. Wer so rechnet, bekommt eine Zahl, die kleiner aussieht als die im Dashboard und mit der sich tatsächlich steuern lässt.

Was drei inhabergeführte Shops wirklich zeigen

Alle drei Shops liegen deutlich unter jedem Marktdurchschnitt, und untereinander unterscheiden sie sich um fast den Faktor zwei. Ausgewertet habe ich alle Bestellungen aus zwölf Monaten, ohne Testbestellungen und ohne Stornos, zusammen 23.427 Bestellungen.

Warenkorbwert nach Shop, zwölf Monate bis August 2026

KennzahlShop A, NatursteinschmuckShop C, BarzubehörShop B, Nahrungsergänzung
Ausgewertete Bestellungen6.6841.20315.540
Warenkorbwert netto, Mittel40,46 Euro49,75 Euro75,88 Euro
Warenkorbwert netto, Median33,97 Euro41,97 Euro70,08 Euro
Brutto zum Vergleich, Mittel48,29 Euro58,71 Euro81,23 Euro
Unteres Viertel bis24,37 Euro33,20 Euro46,72 Euro
Oberes Zehntel ab68,73 Euro75,59 Euro131,30 Euro
Artikel je Bestellung1,701,422,07
Retoureneffekt auf den Mittelwert2,49 Prozent0,27 Prozent0,05 Prozent
Bestellungen mit Rabattcode28,4 Prozent29,3 Prozent30,7 Prozent
Folgebestellungen im Zeitraum12,1 Prozent1,2 Prozent39,6 Prozent

Eigene Auswertung, Shopify-Vollexport vom 26.09.2026, Zeitraum 01.09.2025 bis 31.08.2026.

WAS DIE TABELLE ERKLÄRT

Die Reihenfolge der drei Shops folgt nicht dem Preisniveau, sondern der Zahl der Artikel je Bestellung. Schmuck und Barzubehör verkaufen im typischen Fall ein Stück, der Median liegt dort bei genau einem Artikel. Nahrungsergänzung verkauft zwei. Das erklärt den Abstand zwischen 34 und 70 Euro Median besser als jede Preisliste.

Preisarchitektur schlägt Cross-Selling

In den ausgewerteten Shops entsteht der Warenkorbwert nicht durch Zusammenstellung, sondern durch wenige dominante Preispunkte. Das war der überraschendste Befund in den Daten.

Die Zahl dazu. Im Shop für Nahrungsergänzung liegen 3.171 von 15.540 Bestellungen, also gut 20 Prozent, in einer einzigen Spanne zwischen 45 und 50 Euro brutto. Weitere 2.475 Bestellungen, knapp 16 Prozent, liegen zwischen 75 und 80 Euro. Mehr als ein Drittel des gesamten Volumens sitzt damit auf zwei Preispunkten, die sich aus dem Einzelprodukt und dem Doppelpack ergeben.

Der dritte Shop zeigt dasselbe Muster. Beim Barzubehör liegt das obere Viertel bei 75,24 Euro und das obere Zehntel bei 75,59 Euro netto. Zwischen diesen beiden Grenzen liegt also fast nichts, weil dort ein einzelner Preispunkt sitzt. Auch hier macht nicht die Zusammenstellung den Warenkorb, sondern das Sortiment selbst.

Was daraus folgt. Wer in einem solchen Shop den Warenkorbwert erhöhen will, verschiebt zuerst die Preisarchitektur, also Packungsgrößen, Sets und Staffeln. Empfehlungswidgets im Warenkorb arbeiten gegen eine Struktur, die der Kunde längst verstanden hat. Das gilt nicht in jedem Shop, aber in diesen dreien steht es in den Daten. Die üblichen Ratgeber fangen mit Cross-Selling an. Das ist eine Stufe zu spät.

Die Schwelle, die in den Daten sichtbar wird

Der Shop für Nahrungsergänzung liefert versandkostenfrei ab 49 Euro nach Deutschland, ab 69 Euro nach Österreich und ab 89 Euro in die Schweiz. Der häufigste Warenkorb liegt bei 49,99 Euro brutto. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines Preispunkts, der knapp über der eigenen Schwelle liegt.

Warum das die wirksamste Stellschraube ist. Eine Schwelle wirkt nur, wenn sie erreichbar ist. Liegt sie zu hoch über dem Median, ignorieren die meisten Kunden sie. Liegt sie zu tief, verschenken Sie Versandkosten bei Bestellungen, die ohnehin gekommen wären. Im Schmuckshop liegt der Median bei 33,97 Euro netto, eine Schwelle bei 50 Euro brutto ist damit für die Hälfte der Kunden ein weiter Weg.

Wie Sie Ihre eigene Schwelle prüfen. Legen Sie die Verteilung Ihrer Warenkörbe neben Ihre Schwelle und zählen Sie die Bestellungen fünf Euro darunter gegen die fünf Euro darüber. Stauen sich die Bestellungen oberhalb, wirkt die Schwelle. Verteilen sie sich gleichmäßig, wirkt sie nicht, und dann kostet sie nur Marge.

Der Wiederkäufer kauft größer ein

Im Shop für Nahrungsergänzung liegt der Median der Erstbestellung bei 56,06 Euro, der Median der Folgebestellung bei 74,75 Euro. Wer wiederkommt, kauft im typischen Fall ein Drittel größer ein. Im Mittelwert sind es 71,60 gegen 82,42 Euro.

In den anderen beiden Shops ist der Effekt viel kleiner. Im Schmuckshop liegen Erstbestellung und Folgebestellung bei 40,15 und 42,70 Euro. Der eigentliche Unterschied liegt aber nicht in der Höhe, sondern in der Häufigkeit. Im Shop für Nahrungsergänzung sind 39,6 Prozent aller Bestellungen Folgebestellungen, im Schmuckshop 12,1 Prozent, beim Barzubehör 1,2 Prozent. Omega-3 wird nachgekauft, Natursteinschmuck wird verschenkt, und einen Kupferbecher kauft man einmal.

Was das für die Reihenfolge bedeutet. In einem Shop mit hoher Wiederkaufquote hebt jede Maßnahme, die den zweiten Kauf auslöst, den Warenkorbwert gleich mit. In einem Shop mit niedriger Quote muss der erste Kauf größer werden, weil ein zweiter oft nicht kommt. Dieselbe Kennzahl, zwei völlig verschiedene Aufgaben. Mehr dazu steht im Ratgeber zu Retention Marketing.

HINWEIS ZUR LESART

Erstbestellung heißt hier erste Bestellung dieses Kunden im Beobachtungszeitraum. Käufe davor sind nicht enthalten, die tatsächliche Wiederkaufquote liegt also eher höher.

Die Zahl, auf die es am Ende ankommt

Ein höherer Warenkorbwert ist kein Erfolg, solange nicht feststeht, was davon übrig bleibt. Jede Maßnahme, die den Warenkorb hebt, kostet etwas: der Rabatt Marge, die Versandschwelle Versandkosten, das Bundle den Einzelpreis.

Die Rechnung, die wir aufmachen. In einem der von uns betreuten Shops liegt der Rohertrag bei rund 70 Prozent. Nach Logistik, Shopgebühren und Zahlungsabwicklung bleiben rund 50 Prozent. Ein Warenkorb von 70 Euro netto trägt damit etwa 35 Euro Deckungsbeitrag. Eine Maßnahme, die den Warenkorb um 10 Prozent hebt und dafür 10 Prozent Rabatt kostet, bringt rechnerisch nichts, sie verschiebt nur Geld.

Die Kennzahl, die wir stattdessen messen. Deckungsbeitrag je Besucher statt Warenkorbwert. Steigt der Warenkorb und fällt die Conversion, steht die Zahl still oder sinkt. Im Zweifel messen Sie beides über denselben Zeitraum und rechnen es zusammen, bevor Sie eine Maßnahme behalten.

DER HÄUFIGSTE FEHLER

Ein Shop senkt die Versandkostenschwelle, der Warenkorbwert steigt um 6 Prozent, alle sind zufrieden. Gleichzeitig zahlt der Shop jetzt bei jeder zweiten Bestellung den Versand. Ob das aufgeht, steht nicht im Warenkorbwert, sondern im Deckungsbeitrag je Bestellung.

Drei Irrtümer

„Unser Warenkorb liegt bei 45 Euro, der Markt bei 146, wir sind also schlecht.“ Der Marktwert des bevh umfasst den gesamten deutschen Onlinehandel inklusive der großen Plattformen und hochpreisiger Kategorien. Als Ziel für einen Fachhändler ist er ungeeignet. Vergleichen Sie sich mit Ihrem eigenen Vorjahr.

„Der Warenkorbwert steht im Dashboard, da muss ich nichts rechnen.“ Im Dashboard steht meistens brutto, inklusive Versand und vor Retouren. Für die Steuerung brauchen Sie netto, ohne Versand, nach Rabatt und nach Retoure. Das sind schnell 20 Prozent Unterschied.

„Cross-Selling ist der erste Hebel.“ In den ausgewerteten Shops sitzt das Volumen auf wenigen Preispunkten. Wer dort etwas bewegen will, ändert Packungsgrößen, Sets und die Versandschwelle. Das Empfehlungswidget kommt danach.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der durchschnittliche Warenkorbwert in Deutschland?

Das hängt davon ab, wer misst. Der bevh nennt für 2025 einen durchschnittlichen Bestellwert von 146,19 Euro für den deutschen Warenhandel online. Der HDE weist für 2024 Ausgaben je Bestellung von 51,9 Euro aus, erhoben vom IFH Köln. Beide Zahlen sind sauber erhoben. Sie messen unterschiedliche Grundgesamtheiten und dürfen nicht gegeneinander gerechnet werden.

Was ist ein guter Warenkorbwert für einen inhabergeführten Onlineshop?

Es gibt keinen allgemeinen Zielwert. Ich habe drei Shops ausgewertet. Netto liegt der Warenkorbwert bei 40,46 Euro im Schmuckshop, bei 49,75 Euro beim Barzubehör und bei 75,88 Euro bei Nahrungsergänzung. Alle drei arbeiten profitabel. Entscheidend ist der Deckungsbeitrag je Bestellung, nicht die Höhe des Warenkorbs.

Wie berechne ich den durchschnittlichen Warenkorbwert richtig?

Warenwert netto, ohne Versand, nach Rabatt und nach Retoure, geteilt durch die Zahl der Bestellungen. Dazu gehört der Median. Einzelne große Bestellungen heben sonst den Mittelwert und verzerren das Bild.

Warum liegt mein Warenkorbwert unter dem Marktdurchschnitt?

Vermutlich, weil der Marktdurchschnitt die großen Plattformen und teure Kategorien enthält. Ein Shop mit einem Artikel je Bestellung liegt zwangsläufig niedriger als ein Sortimenter. In den drei ausgewerteten Shops erklärt die Artikelzahl je Bestellung den Unterschied besser als der Preis.

Wo setze ich die Versandkostenschwelle an?

Knapp über dem Median Ihrer Warenkörbe, nicht über dem Mittelwert. Prüfen Sie danach in den Daten, ob sich die Bestellungen oberhalb der Schwelle stauen. Tun sie es nicht, wirkt die Schwelle nicht.

Wie erhöhe ich den Warenkorbwert, ohne Marge zu verlieren?

Zuerst über die Preisarchitektur, also Packungsgrößen, Sets und Staffeln. Danach über die Versandschwelle. Erst danach über Empfehlungen im Warenkorb. Messen Sie jede Maßnahme gegen den Deckungsbeitrag je Besucher, nicht gegen den Warenkorbwert allein.

Kaufen wiederkehrende Kunden größer ein?

In einem der ausgewerteten Shops deutlich. Dort liegt der Median bei Folgebestellungen bei 74,75 Euro gegen 56,06 Euro bei Erstbestellungen. In den anderen beiden war der Unterschied gering. Der größere Hebel lag dort in der Häufigkeit, die zwischen 1,2 und 39,6 Prozent schwankt.

Zählen Versandkosten zum Warenkorbwert?

Das hängt von der Definition ab. Genau daraus entstehen die Unterschiede zwischen den Quellen. Für die Steuerung des eigenen Shops rechnen wir ohne Versand, weil Versand eine Kostenposition ist.

Quellen und Prüfkorpus

Wir zählen aus, statt zu behaupten. Geprüft haben wir die neun Seiten, die am 26.09.2026 für den Suchbegriff durchschnittlicher Warenkorbwert Onlineshop auf Seite eins standen. Zwei davon liefern ohne JavaScript keinen Text und waren nicht auswertbar. Ausgezählt wurden die restlichen sieben.

Tabelle 1, Prüfkorpus

KriteriumErgebnis
Nennt überhaupt einen Warenkorbwert2 von 7
Primärquelle zur genannten Zahl0 von 7
Erhebungszeitraum oder Abrufdatum0 von 7
Fallzahl der Erhebung0 von 7
Netto und brutto abgegrenzt3 von 7
Retouren berücksichtigt4 von 7
Median neben dem Mittelwert2 von 7
Deckungsbeitrag statt Umsatz2 von 7
Eigene Befangenheit offengelegt0 von 7

Die jüngste Branchenzahl im Prüfkorpus stammt aus dem Jahr 2018. Keine der sieben Seiten nennt eine Fallzahl, ein Abrufdatum oder die eigene Befangenheit. Geprüft am 26.09.2026 im Volltext.

Tabelle 2, Primärquellen und eigene Datenbasis

AngabeQuelleAbgerufen
Bestellwert 146,19 Euro für 2025 und 144,12 Euro für 2024bevh, Pressemitteilung zum E-Commerce-Wachstum26.09.2026
Ausgaben je Bestellung 51,9 Euro für 2024HDE Online-Monitor 2025, Erhebung IFH Köln26.09.2026
Gesamtmarkt-AOV 144,21 Euro aus über 3.000 Shopsuptain, E-Commerce KPI Benchmark vom 01.04.202626.09.2026
Shop A, Natursteinschmuck, 6.684 ausgewertete BestellungenEigener Shopify-Vollexport, Steuersatz 19 Prozent26.09.2026
Shop B, Nahrungsergänzung, 15.540 ausgewertete BestellungenEigener Shopify-Vollexport, Steuersatz 7 Prozent26.09.2026
Shop C, Barzubehör, 1.203 ausgewertete BestellungenEigener Shopify-Vollexport, Steuersatz 19 Prozent26.09.2026

Alle drei Shops werden von ecom flow im Retainer betreut. Die Inhaber haben der Veröffentlichung ohne Namensnennung zugestimmt, genannt wird nur die Branche.

SO HABEN WIR GERECHNET

Warenwert nach Retoure, ohne Versand, nach Rabatt, umgerechnet auf netto über den tatsächlichen Mischsteuersatz je Bestellung. Testbestellungen und Stornos sind ausgeschlossen, aber gezählt. Die Kundenzuordnung läuft pseudonym über die Kunden-ID. Erstbestellung heißt: erste Bestellung dieses Kunden im Zeitraum vom 01.09.2025 bis 31.08.2026.

Wenn Sie einen Fehler finden, schreiben Sie uns. Wir korrigieren ihn und tragen die Änderung hier ein. Änderungsprotokoll: 26.09.2026, Erstveröffentlichung. Wir prüfen diesen Artikel nach, sobald bevh oder HDE neue Zahlen veröffentlichen, und tragen das Ergebnis hier ein, auch wenn sich nichts geändert hat.

Sie wollen wissen, welche Zahl Ihr Shop wirklich hat?

Die Auswertung in diesem Artikel dauert pro Shop etwa einen halben Tag, wenn die Daten zugänglich sind.

Wenn Sie wissen wollen, wie Median, Verteilung und Deckungsbeitrag in Ihrem Shop aussehen, schauen wir gemeinsam darauf. Fünfzehn Minuten, ohne Verpflichtung.

Florian Müller, Gründer und Geschäftsführer der ecom flow GmbH

Florian Müller

Gründer und Geschäftsführer der ecom flow GmbH

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